Chelonoidis carbonarius, Köhlerschildkröte
| Abbildung: | Das Foto zeigt ein ähnliches Tier |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Schutzstatus: | besonders geschützt nach BNatSchG, WA II / EU Anhang B |
Artenbeschreibung
Die Köhlerschildkröte (Chelonoidis carbonarius) ist eine mittelgroße bis große Landschildkröte aus den tropischen Regionen Südamerikas. Sie zeichnet sich durch ihren dunklen Panzer mit gelblich bis orangefarbenen Strahlenflecken auf den einzelnen Schilden aus, die ihr ein charakteristisches, kontrastreiches Erscheinungsbild verleihen. Die Tiere sind robust und anpassungsfähig, jedoch aufgrund ihres Platz- und Klimabedarfs eher für erfahrene Halter geeignet. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Köhlerschildkröte erstreckt sich über Teile Venezuelas, Kolumbiens, Brasiliens, Guyanas, Surinams sowie in angrenzende Gebiete des Amazonasbeckens. Dort besiedelt sie feuchtwarme Laub- und Mischwälder, Waldränder, Savannen-Übergänge sowie lichte, mit Vegetation durchsetzte Bereiche. C. carbonarius ist dämmerungs- und tagaktiv und bewegt sich suchend durch ihr Habitat, wo sie sich von Früchten, Pilzen, Blättern und gelegentlich tierischer Kost wie Insekten oder Aas ernährt. Eine entsprechend vielfältige, überwiegend pflanzliche Ernährung mit Obstanteilen sollte auch im Terrarium oder Freilandgehege angeboten werden.
Haltung im Terrarium
Die Mindestanforderungen für die Haltung betragen 10 × 5 × 5 (L × B × H) bezogen auf die Carapaxlänge des Tieresfür ein einzelnes Tier. Köhlerschildkröten benötigen sehr viel Platz, weshalb größere Innenanlagen oder – sofern klimatisch möglich – ganzjährige oder saisonale Außengehege grundsätzlich vorzuziehen sind. Wichtig sind strukturierte Lebensräume mit Bodendeckern, großen Versteckbereichen, grabfähigem Erdsubstrat sowie ausreichend Platz zum Umherwandern. Die Grundtemperatur im Terrarium oder Innengehege sollte tagsüber bei 26–30 °C liegen, mit lokalen Sonnenplätzen von 32–35 °C. Nachts darf die Temperatur auf 22–24 °C abfallen. Eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit von 70–90 % ist erforderlich, um dem natürlichen Feuchtwaldklima der Art gerecht zu werden. (Quelle: Gutachten im Auftrag vom BMLE)